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Haushalt, Konsum & private Finanzen

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Der Umgang mit Geld gehört zu den alltäglichen Herausforderungen junger Menschen. Vom ersten Taschengeld über Online-Shopping und digitale Zahlungsmethoden bis hin zu ersten finanziellen Entscheidungen im Jugendalter – finanzielle Kompetenz gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Haushalt, Konsum & private Finanzen

Warum das Thema wichtig ist

Konsumangebote werden vielfältiger und Finanzentscheidungen komplexer. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig dabei zu unterstützen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu entwickeln, Konsumentscheidungen kritisch zu hinterfragen und finanzielle Risiken einschätzen zu lernen.

Finanzbildung hat dabei nicht Reichtum als Ziel. Sie orientiert sich am Konzept des finanziellen Wohlbefindens und unterstützt junge Menschen dabei, ihre finanziellen Möglichkeiten bewusst zu gestalten, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft selbstbestimmt zu planen. Dabei trägt sie auch zur Chancengleichheit bei, da auch Jugendliche, bei denen Finanzkompetenzen zu Hause weniger thematisiert werden, einen Zugang dazu bekommen.

Relevanz für Jugendliche

Jugendliche treffen bereits regelmäßig finanzielle Entscheidungen:

  • Sie verwalten Taschengeld oder erste eigene Einnahmen.
  • Sie nutzen digitale Zahlungsmöglichkeiten und Online-Shops.
  • Sie schließen erste Verträge ab oder nutzen digitale Dienstleistungen.
  • Sie werden täglich mit Werbung, Influencer-Marketing und Konsumanreizen konfrontiert.
  • Sie entwickeln Vorstellungen über ihre zukünftige Lebensgestaltung, Ausbildung und Berufswahl.

Finanzbildung in der Schule unterstützt sie dabei, diese Herausforderungen kompetent und verantwortungsbewusst zu bewältigen.

Zahlen, die zeigen, warum Finanzbildung wichtig ist

  • Jede fünfte Person, die eine Schuldnerberatung in Anspruch nimmt, ist jünger als 30 Jahre.
  • Die Zahl der Privatinsolvenzen bei jungen Menschen unter 24 Jahren ist zuletzt deutlich gestiegen. Allein 2023 wurde ein Anstieg von 22 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
  • Junge Menschen unter 30 Jahren, die Unterstützung einer Schuldnerberatung benötigen, haben durchschnittlich rund 33.000 Euro Schulden.
  • Der aktuelle Jugendmonitor (2026) der Arbeiterkammer Wien zeigt – fast die Hälfte der befragten jungen Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren muss zum Beispiel beim Einkauf sparen, hat als Folge der Teuerung Ersparnisse aufgebraucht und sich Geld geliehen.
  • 83 % der Jugendlichen wünschen sich Finanzbildung als eigenes Schulfach.

Soziale Medien sind für viele Jugendliche eine wichtige Quelle für Informationen rund um Geld und Finanzen. Studien zeigen, dass drei Viertel der jungen Anleger:innen Finfluencer:innen als relevante Informationsquelle wahrnehmen und fast jede zweite Person bereits aufgrund einer Empfehlung aus sozialen Medien eine Anlageentscheidung getroffen hat. Gleichzeitig warnen die Arbeiterkammer Wien und die Finanzmarktaufsicht vor mangelnder Transparenz und den Risiken einseitiger oder interessengeleiteter Empfehlungen.

Das zeigt, Finanzielle Bildung ist keine Nische, sondern eine wichtige Zukunftskompetenz für junge Menschen denn auch Studien zeigen, dass finanziell gut abgesicherten jungen Menschen optimistischer in die Zukunft blicken.

Das Thema in der Praxis

Der Lehrplan

Finanzbildung ist im Lehrplan als übergreifendes Unterrichtsthema verankert. Sie kann sowohl im Fach Geografie und wirtschaftliche Bildung als auch fächerübergreifend behandelt werden.

Finanzbildung nach Schulstufen

  • 5. Schulstufe: Eigene Wünsche und Bedürfnisse formulieren und reflektieren, Verantwortungsvoller Umgang mit Geld; Armut und Reichtum beschreiben und auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen vergleichen
  • 6. Schulstufe: Märkte, Preisbildung sowie die Nutzung von Bank-, Handels- und Verkehrsdienstleistungen verstehen
  • 7. Schulstufe: Preisbildung erklären und die Rollen von Haushalten, Unternehmen, Staat und Banken beschreiben
  • 8. Schulstufe: Eigene Zukunftsvorstellungen und finanzielle Rahmenbedingungen reflektieren und planen

Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler entwickeln?

  • Geld verstehen und verantwortungsvoll nutzen Schülerinnen und Schüler sollen: den Wert von Geld verstehen, Einnahmen und Ausgaben planen können, Budgets erstellen und einteilen, zwischen Bedürfnissen und Wünschen unterscheiden, Risiken von Schulden und Konsumfallen erkennen.
  • Konsumkompetenz entwickeln Schülerinnen und Schüler sollen: Preise vergleichen und bewerten, Werbung kritisch hinterfragen, Rechte und Pflichten als Konsument:innen kennen, Verträge verstehen, digitale Geschäftsmodelle reflektieren.
  • Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen Schülerinnen und Schüler sollen: Angebot und Nachfrage erklären können, Preisbildung nachvollziehen, wirtschaftliche Akteur:innen und ihre Aufgaben kennen, Zusammenhänge zwischen Arbeit, Einkommen und Lebensstandard erkennen.
  • Finanzdienstleistungen einschätzen Schülerinnen und Schüler sollen: Funktionen von Banken verstehen, Kontenmodelle, Sparformen und Anlageformen kennen, Gebühren und Zinsen vergleichen, digitale Finanzangebote sicher nutzen.
  • Zukunft planen Schülerinnen und Schüler sollen: Zusammenhänge zwischen Bildung, Beruf und Einkommen verstehen, finanzielle Auswirkungen von Entscheidungen einschätzen, langfristige Ziele entwickeln, Möglichkeiten des Sparens, Anlegens und Vorsorgens kennenlernen.
  • Verantwortung übernehmen Schülerinnen und Schüler sollen: Vor- und Nachteile unterschiedlicher Entscheidungen abwägen, ihren Konsum reflektieren, Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen, gesellschaftliche und globale Zusammenhänge verstehen.

Finanzbildung stärkt nicht nur wirtschaftliches Wissen, sondern auch Urteilsfähigkeit, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Am Ende der Sekundarstufe I sollen Jugendliche in der Lage sein, finanzielle Entscheidungen bewusst, informiert und verantwortungsvoll zu treffen.

Workshops und Exkursionen

Lehr- und Lernmaterialien

Einnahmen und Ausgaben: Unser Haushaltsbudget

Mit einem akustischen Wimmelbild steigen die Schüler:innen kreativ in das Thema Haushaltsbudget ein und entdecken, wofür Haushalte im Alltag Geld ausgeben. Anschließend schätzen sie mit Münzen selbst ein, wie sich typische Haushaltsausgaben verteilen, und vergleichen ihre Vermutungen mit Durchschnittswerten aus Österreich. 

Erlebnisorientierte Einstiege “Umgang mit Geld – Es geht nicht ohne Planung”

Der Start in ein Thema ist besonders wichtig, um die Neugierde der Schüler:innen und das Interesse am Thema zu wecken. Erlebnisorientierte Einstiege bieten die Möglichkeit, ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen, um so die Schüler:innen für die darauffolgenden Inhalte zu motivieren. Die Einstiege können dabei unterstützen, an die Lebenswelt …

Bedeutung und Funktion des Geldes

Mit einer Traumreise in eine Welt ohne Geld starten die jüngsten Schüler:innen in dieses Lernpaket und entdecken so spielerisch, wofür wir Geld eigentlich brauchen. Über vorgelesene Texte lernen die Schüler:innen die drei Grundfunktionen von Geld in unserem Wirtschaftssystem kennen. Mithilfe eines Lapbooks festigen sie das Gelernte.

Finanz- und Konsumentscheidungen: Escape Room

In diesem Escape Room wiederholen Schüler:innen spielerisch zentrale Inhalte rund um Finanz- und Konsumentscheidungen. In vier Rätsel-Herausforderungen ordnen, puzzeln, rechnen und kombinieren sie Informationen, um gemeinsam Codes zu knacken und die Box zu öffnen. Dabei setzen sie sich mit Geld, Konsumfallen, Zahlungsmöglichkeiten und Haushaltsbudgets auseinander und stärken zugleich …

Meiki – Die Lern- und Sparziel-App der Nationalbank

Wie funktioniert Geld spielerisch im Alltag? Mit klaren Spielformaten, Levelstufen und Missionen erarbeiten sich Schüler:innen in der App „Meiki“ selbstständig finanzielle und wirtschaftliche Grundkenntnisse. Durch das Setzen von Sparzielen und die Dokumentation regelmäßiger Sparbeträge lernen die Schüler:innen einen fundierten Umgang mit Geld. Lehrreiche Kurzvideos liefern zusätzliche Inputs zu …

Erlebnisorientierte Einstiege: Geld und Finanzinstrumente

In drei erlebnisorientierten Einstiegen setzen sich Schüler:innen mit Geldanlage, Sparverhalten und Finanztipps aus Social Media auseinander. Sie befragen Menschen aus ihrem Umfeld, reflektieren eigene Geld-Glaubenssätze und prüfen TikTok-Finanztipps kritisch.

Fortbildungen

Mehr zum Thema

Nationale Finanzbildungsstrategie

Die Nationale Finanzbildungsstrategie wurde vor dem Hintergrund ins Leben gerufen, dass Österreich Aufholbedarf im Bereich Finanzbildung hat.

Das Projekt zur Erarbeitung der Nationalen Finanzbildungsstrategie für Österreich wurde gemeinsam mit der Europäischen Kommission, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und in enger Einbindung rund 50 nationaler Institutionen (Stakeholder) aus dem Bereich Finanzbildung durchgeführt. Ende September 2021 wurde die Nationale Finanzbildungsstrategie im Ministerrat verabschiedet und vorgestellt. Seitdem läuft die Implementierung der Strategie.

Die Umsetzung der Strategie soll der gesamten Bevölkerung in Österreich zugutekommen. Mehr dazu unter: Finanzbildung – Nationale Finanzbildungsstrategie

Podcasts

Geld verstehen – was dir niemand über Geld beigebracht hat – FM4 Alle reden über Geld, aber niemand hat dir erklärt, was man wirklich wissen muss? Wir gehen das gemeinsam an! Wie finde ich meinen Traumjob? Was kann ich mir leisten? Soll ich investieren? Muss ich Steuern zahlen? Und wie war das nochmal mit Brutto und Netto? Wir geben dir Tipps fürs Leben und erklären dir alles, was du über Geld wissen musst – bevor es Stress macht. Ein Podcast, der dir zeigt: Geld ist nicht kompliziert, nur schlecht erklärt. Im Rahmen des FM4 Storytelling-Podcasts “Planet Strange” – Geld verstehen – was dir niemand ü… – Podcast – ORF Sound

Finanzbildung im Klassenzimmer Zentrum Polis Jugendkonto, erste eigene Wohnung, Handyvertrag oder die Frage, ob sich Sparen überhaupt noch lohnt: Geld und der Umgang damit stellen viele junge Menschen vor Herausforderungen. Das zeigen auch aktuelle Untersuchungen: Viele Jugendliche fühlen sich nicht ausreichend auf ihre finanzielle Zukunft vorbereitet. Gleichzeitig schneiden Schülerinnen und Schüler in Österreich bei Financial Literacy im internationalen Vergleich gut ab. Der Wunsch nach mehr Wirtschafts- und Finanzbildung in der Schule ist groß. Aber was ist Finanzbildung eigentlich? Geht es darum, mit Geld umgehen zu können? Oder auch darum, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen? – Finanzbildung im Klassenzimmer (Podcastfolge 32)

OeNB-PodcastOesterreichische Nationalbank Jugendkonto, erste eigene Wohnung, Handyvertrag oder die Frage, ob sich Sparen überhaupt noch lohnt: Geld und der Umgang damit stellen viele junge Menschen vor Herausforderungen. Das zeigen auch aktuelle Untersuchungen: Viele Jugendliche fühlen sich nicht ausreichend auf ihre finanzielle Zukunft vorbereitet. Gleichzeitig schneiden Schülerinnen und Schüler in Österreich bei Financial Literacy im internationalen Vergleich gut ab. Der Wunsch nach mehr Wirtschafts- und Finanzbildung in der Schule ist groß.Aber was ist Finanzbildung eigentlich? Geht es darum, mit Geld umgehen zu können? Oder auch darum, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen? – OeNB-Podcast

FLIP Podcast – Erklär mir die WeltFLiP GmbH In Kooperation mit dem FLiP beschäftigt sich der Podcast Erklär mir die Welt in einer Serie mit wichtigen Themen rund um Finanzen. – Podcast – Erklär mir die Welt – FLiP Wien

Finanzfluss Finflow GmbHBring deine Finanzen und dein Wissen aufs nächste Level! Lerne mit dem Finanzfluss-Podcast, wie du zum finanziellen Selbstentscheider wirst. Hol dir bei Marktgeflüster wöchentlich lehrreiche und humorvolle Einblicke von zwei Profis aus der Finanzwelt. – Der Finanzfluss Podcast

Lohnt sich das? Der STANDARD-Podcast, der die kleinen und großen Geldfragen beantwortet

Buchtipps

Mehr als nur Geld – Was finanzielles Wohlbefinden für Menschen bedeutet Herausgeber:innen: Leonore Riitsalu, Adele Atkinson, Rauno Pello- Report: Mehr als nur Geld – Was finanzielles Wohlbefinden für Menschen bedeutet – ERSTE Stiftung

Mehr als Geld. Warum Ungleichheit unsere Zukunft bedroht Rosa Lyon – Mehr als Geld » Brandstätter Verlag

Über die Psychologie des Geldes. Zeitlose Lektionen über Reichtum, Gier und Glück Morgan Housel – Über die Psychologie des Geldes – Zeitlose Lektionen über Reichtum, Gier und Glück

Positives Geld für eine regenerative Welt Raffaela Hofmann & Friedhelm Boschert Positives Geld für eine regenerative Welt | Haufe Shop

Konsum. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen Carl Tillessen – Konsum. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen – Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH

Lesetipps für die Schulbibliothek

Jetzt geht’s ums Geld – einfach verstehen! Matthew Oldham, Lara Bryan, Eddie Reynolds · Usborne Verlag, 2020 · 128 Seiten · ab 9 Jahren
ISBN 978-1-78941-244-4

Alles Geld der Welt. Vom Muschelgeld zur Kryptowährung
Vitali Konstantinov · Gerstenberg Verlag, 2022 · 80 Seiten, Sachcomic-Stil · ab 10 Jahren
ISBN 978-3-8369-6082-3

Was kostet die Welt? So funktioniert Wirtschaft
Axel Täubert · Tessloff Verlag (WAS IST WAS Wissenschaften easy), 2026 · ab 11 Jahren
ISBN 978-3-7886-7798-5

Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld?: Was du immer schon über Geld, Arbeit und Gerechtigkeit wissen wolltest Saskia Hödl, Sonja Stangl · LeykamVerlag, 2026 · 128 Seiten · ab 6 Jahren

ISBN 978-3701183906