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Entrepreneurship & Intrapreneurship Education

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Unsere Welt verändert sich rasant. Neue Technologien, gesellschaftliche Herausforderungen und wirtschaftliche Entwicklungen erfordern Menschen, die Ideen entwickeln, Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und Lösungen finden können. Genau hier setzt Entrepreneurship Education an.

Entrepreneurship & Intrapreneurship Education

Warum das Thema wichtig ist

Entrepreneurship bedeutet dabei weit mehr als die Gründung eines Unternehmens. Es beschreibt eine Haltung, die von Eigeninitiative, Kreativität, Problemlösungskompetenz und Verantwortungsbewusstsein geprägt ist.

Junge Menschen lernen, Herausforderungen aktiv anzugehen, Ideen gemeinsam mit anderen umzusetzen und ihre Umwelt mitzugestalten. Auch Intrapreneurship gewinnt zunehmend an Bedeutung. Darunter versteht man unternehmerisches Denken und Handeln innerhalb bestehender Organisationen und Unternehmen. Mitarbeitende entwickeln neue Ideen, gestalten Veränderungen mit und übernehmen Verantwortung für Innovationen.

Der Jugendmonitor 2026 der Arbeiterkammer Wien bestätigt: Junge Menschen wollen mitgestalten. Die wichtigsten politischen Anliegen junger Menschen sind:

  • steigende Lebenshaltungskosten (39 Prozent),
  • Bildung, Ausbildung und Arbeit (24 Prozent) sowie
  • bessere Zukunfts- und Beteiligungschancen (13 Prozent).

“72 Prozent wünschen sich mehr Möglichkeiten, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig zeigt der Jugendmonitor: Junge Menschen trauen sich zu, Veränderungen zu bewirken – besonders dann, wenn sie gemeinsam mit anderen handeln”.

Relevanz für Jugendliche

Kinder und Jugendliche gestalten bereits heute ihre Lebenswelt aktiv mit. Entrepreneurship Education unterstützt sie dabei,

  • eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen,
  • Chancen und Herausforderungen zu erkennen,
  • Kreativität und Innovationsfähigkeit zu stärken,
  • Verantwortung für Projekte und Entscheidungen zu übernehmen,
  • Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu entwickeln.

Diese Kompetenzen sind nicht nur für eine mögliche Unternehmensgründung relevant, sondern für die persönliche, schulische und berufliche Entwicklung insgesamt.

Warum das Thema heute besonders relevant ist

  • Neue Ideen und Innovationen spielen eine zentrale Rolle bei der Lösung gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen.
  • Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeitende, die kreativ denken, Verantwortung übernehmen und Veränderungen aktiv mitgestalten.
  • Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder soziale Innovationen eröffnen viele Möglichkeiten, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
  • Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz, Eigeninitiative und Kreativität zählen zu den Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts.

Entrepreneurship Education in der Praxis

Entrepreneurship Education macht Schülerinnen und Schüler zu Gestalter:innen. Sie entwickeln Ideen, planen Projekte, setzen Vorhaben um und reflektieren ihre Erfahrungen.

Ob eine Schülerfirma, eine Marktwoche, ein soziales Projekt, eine Nachhaltigkeitsinitiative oder die Entwicklung einer Geschäftsidee – praxisorientierte Lernsettings ermöglichen es Jugendlichen, eigene Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen.

Durch diese aktiven Lernformen erleben Schülerinnen und Schüler, dass ihre Ideen Wirkung entfalten können und sie selbst Veränderungen anstoßen können.Zukunftskompetenz für junge Menschen denn auch Studien zeigen, dass finanziell gut abgesicherten jungen Menschen optimistischer in die Zukunft blicken.

Das Thema in der Praxis

Der Lehrplan

Entrepreneurship Education ist als übergreifendes Thema in den Lehrplänen verankert und knüpft an zahlreiche Kompetenzbereiche an. Schülerinnen und Schüler sollen dabei unterstützt werden, selbstständig zu handeln, Verantwortung zu übernehmen, Probleme kreativ zu lösen und ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten.

Dabei stehen nicht wirtschaftlicher Erfolg oder Unternehmensgründungen allein im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung von Eigeninitiative, Innovationsfähigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Entrepreneurship Education nach Schulstufen

  • 5. Schulstufe: Eigene Interessen, Stärken und Ideen erkennen sowie Verantwortung in Lern- und Lebenssituationen übernehmen
  • 6. Schulstufe: Wirtschaftliche Zusammenhänge kennenlernen und erste Projekte gemeinsam planen und umsetzen
  • 7. Schulstufe: Unternehmen, Märkte und wirtschaftliche Akteur:innen verstehen sowie eigene Ideen weiterentwickeln
  • 8. Schulstufe: Zukunftsvorstellungen entwickeln, Projekte eigenständig gestalten und wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Herausforderungen reflektieren

Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler entwickeln?

Am Ende der Sekundarstufe I sollen Jugendliche die Fähigkeit entwickeln, Herausforderungen aktiv anzugehen, Chancen zu erkennen und eigene Ideen verantwortungsvoll umzusetzen.

  • Kreativität und Innovationsfähigkeit entwickeln Schülerinnen und Schüler sollen: eigene Ideen entwickeln, kreative Lösungsansätze finden, neue Perspektiven einnehmen, Innovationsprozesse verstehen.
  • Eigeninitiative zeigen Schülerinnen und Schüler sollen: selbstständig handeln, Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, Projekte aktiv gestalten.
  • Probleme lösen Schülerinnen und Schüler sollen: Herausforderungen analysieren, Lösungswege entwickeln, Chancen und Risiken einschätzen, reflektierte Entscheidungen treffen.
  • Zusammenarbeit gestalten Schülerinnen und Schüler sollen: im Team arbeiten, unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen, gemeinsame Ziele verfolgen, Verantwortung innerhalb von Gruppen übernehmen.
  • Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen Schülerinnen und Schüler sollen: grundlegende Funktionen von Unternehmen kennenlernen, Märkte und Wertschöpfung verstehen, wirtschaftliche Entscheidungen nachvollziehen, unternehmerisches Handeln einordnen können.
  • Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen Schülerinnen und Schüler sollen: soziale und ökologische Auswirkungen von Entscheidungen reflektieren, nachhaltige  Lösungsansätze entwickeln, Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, ihre Umwelt aktiv mitgestalten.

Entrepreneurship Education ist eine Möglichkeit Wirtschaftsbildung für Schüler:innen erlebbar zu machen, eigene Erfahrungen zu sammeln und selbst wirksam zu werden.

Denn alle jungen Menschen sollten die Möglichkeit haben mündig, kritisch, selbstständig, verantwortungsbewusst und kompetent an der nachhaltigen Entwicklung und Gestaltung der Wirtschaft und der Gesellschaft mitzuwirken. Dazu braucht es Lernräume, wo sie sich und ihre Ideen testen und ausprobieren können.

Workshops und Exkursionen

Lehr- und Lernmaterialien

Fortbildungen

Angebote für den Unterricht

IFTE – Initiative for Teaching Entrepreneurship bietet eine kompetente Anlaufstelle für Entrepreneurship-Education in Österreich mit Lernmaterialien, Fortbildungen und Wettbewerben

IFTE – Initiative for Teaching Entrepreneurship

Jedes Kind Stärken — IFTEJugend stärken ist ein ganzheitliches Lernprogramm für die Sekundarstufe I. Es unterstützt Jugendliche bei der Entfaltung ihrer Potenziale. Kernstück sind große und kleine Herausforderungen, sogenannte „Challenges“. Sie sind auf den Lehrplan abgestimmt und sofort im Unterricht einsetzbar.

Wirtschaft spielend lernen “Wirtschaft spielend lernen” ist eine Spieledatenbank für Entrepreneurship-Education und wirtschaftliche Bildung.

Start – YouthStart – Entrepreneurial Challenges Neben den Unterrichtsmaterialien gibt es auch ein breites Angebot an Youth Start Seminaren, Workshops und Veranstaltungen. Social Entrepreneurship Education (squarespace.com)

Entrepreneurship Challenge vom Flip Ideen finden und umsetzen – der Weg zu Eigeninitiative, unternehmerischem Denken und Handeln. Die Entrepreneurship Challenge startet im Webbrowser und kann anschließend alleine oder als Gruppe in der App fortgesetzt werden. FLiP Challenge – E-Learning für Kinder und Ju­gend­li­che ab 10 Jahren

Junior Basic Company / Ja AUSTRIA

In einer Junior Basic Company (JBC) sammeln Schüler:innen der 7.-9. Schulstufe erste Erfahrungen in der Unternehmenswelt und eignen sich grundlegende Wirtschaftskenntnisse und Kompetenzen an.

In dieser altersgerechten Variante des Junior-Company-Programms gründen die 12- bis 15-Jährigen für einen Zeitraum von etwa drei Monaten an Ihrer Schule ein Unternehmen und bieten reale Produkte am schulnahen Markt an. Dabei durchlaufen sie alle Phasen des realen Unternehmertums, von der Entwicklung einer Geschäftsidee über Produktion, Werbung und Verkauf bis hin zur Auflösung des Unternehmens.

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erleben das reale Wirtschaftsleben („learning business by doing business“);
  • lernen Bereiche wie Produktion, Werbung, Verkauf etc. kennen;
  • lernen den Umgang mit Geld;
  • überlegen, in welchen Bereichen sie arbeiten möchten und sammeln so wichtige Erfahrungen für das Berufsleben;
  • sind in der Lage, im Team zu arbeiten und Probleme zu lösen;
  • wissen, wie sie ihren Unterricht selbst gestalten und beeinflussen;
  • können Schlussfolgerungen für ihr eigenes wirtschaftliches und finanzielles Handeln ableiten.

JUNIOR BASIC COMPANY | JA Austria

Unternehmer:innenführerschein

Seit 2004 gibt es den Unternehmerführerschein® der Wirtschaftskammer Österreich. Das standardisierte und europaweit anerkannte Zertifikat entspricht der Forderung der Europäischen Kommission nach Wirtschaftswissen und unternehmerischen Kompetenzen. Jedes seiner 4 Module schließt mit einer standardisierten Prüfung und einem Zertifikat ab. Modul A legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf Basisbegriffe und grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge, Modul B erklärt volkswirtschaftliche Inhalte, und Modul C skizziert betriebswirtschaftliche Grundlagen. Das abschließende Modul UP behandelt vertiefende betriebswirtschaftliche Themen und Grundlagen der Buchhaltung. Das Modul UP schließt in Österreich mit einer kommissionellen Prüfung bei einer Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammern ab.

Der Unternehmerführerschein® richtet sich an Schüler:innen ab 13 Jahren aus AHS, Mittelschulen, polytechnischen Schulen, Berufsschulen oder ein- und zweijährigen Fachschulen. Unternehmerführerschein – WKO

Unternehmer:innen an die Schule einladen

In eurer Schule oder online berichten Unternehmerinnen am eigenen Beispiel, welche Chancen das Unternehmertum eröffnet und was wir mit Unternehmergeist alles erreichen können. Als Vorbilder (Role Models) motivieren sie vor allem Schülerinnen für eine selbstständige berufliche Zukunft. Das Projekt zeigt zudem, welch große Bedeutung Unternehmertum für unser Land, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt hat. Die intensive Begleitung des Projekts durch Medienarbeit verstärkt die Wirkung gegenüber Zielgruppen und Öffentlichkeit. Unternehmerin macht Schule – WKO

Wichtige Informationen zu Gewerbeordnung und Gewinn mit Schüler:innen in der Sek I

Projektwochen, Markttag und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen

Es gibt eine Ausnahme von der Gewerbeordnung , wenn Projekte im Rahmen der Schulbildung durchgeführt werden. Solange ein Lernzweck hinter der Veranstaltung bzw. hinter dem Projekt steht und der Gewinn in einer realistischen Höhe bleibt. Ein Beispiel wäre, wenn im Rahmen des Markttages z.B. 200,00 EUR Gewinn erzielt werden. Dazu gibt es auch einen Schreiben des Ministeriums: 2020-0.142.636-4-A_-Ausnahme_von_der_GewerbeordnungProjekte_im_Rahmen_der_Schulausbildung_22.10.2020.pdf

Junior Company 7./8. Schulstufe

Im Handbuch zu Junior Basic Company findest Du auch noch weitere rechtlich relevante Informationen zum Thema Gewerberecht, Versicherungen, Rechnungslegung, Einverständniserklärung Erziehungsberechtigte, Vorlage Anteilsscheineignerverzeichnis, Vorlage Kasseneingang/Kassenausgang und Vorlage Kassabuch und vieles mehr.

Auszug aus dem Handbuch: Die Arbeit in einer Junior Basic Company soll Jugendlichen einen Einblick in das Wirtschaftsleben ermöglichen. Den realen Wirtschaftsbetrieben soll durch Junior Basic Unternehmen keine Konkurrenz entstehen. Eine solche Konkurrenzsituation ist in der Regel auch auszuschließen. Dafür sind besonders folgende Faktoren ausschlaggebend:
➢ Junior Basic Unternehmen bestehen längstens für die Dauer eines Schuljahres
➢ Junior Basic Unternehmen haben ein begrenztes Unternehmenskapital
➢ Junior Basic Unternehmen haben einen kleinen Geschäftsumfang. Alle weiteren Informationen findest Du hier: JUNIOR BASIC COMPANY | JA Austria

Podcasts

Business-Klasse. Der junge Wirtschaftspodcast BHAK 10 – Businessklasse

Made in Austria Podcast Vorbilder. Vordenker. Macher. Die spannendsten Persönlichkeiten Österreichs jede Woche zu Gast bei Stephan Grad – Der Podcast über Menschen, die mit ihren Ideen und Unternehmen Österreich bewegen. Es ist eine Bühne für österreichische Unternehmen, Macher:innen, Gründer:innen und Innovator:innen, die täglich dazu beitragen, dass in Österreich Technologien, Produkte und Ideen entstehen, die international bestehen können.Jede Episode zeigt, wie viel Kompetenz, Leidenschaft und Innovationskraft in unserem Land steckt – oft verborgen, aber immer beeindruckend. Made in Austria Podcast powered by Grad & Partner

Die SONNENTOR Erfolgsstory “Vom Spinner zum Winner” – Interview mit Gründer Johannes Gutmann Die SONNENTOR Erfolgsstory “Vom Spinner zum Winner” – Interview mit Gründer Johannes Gutmann – neu

Nationaler Aktionsplan für Entrepreneurship Education

Der nationale Aktionsplan Entrepreneurship Education entstand aus einer Kooperation des BMWET und des BMB mit weiteren Ministerien (BMASGPK, BMF und weiteren), dem Bundeskanzleramt und rund 65 Stakeholdern (zum Beispiel: Wirtschaftskammer., Industriellenvereinigung, Oesterreichische Nationalbank, Universitäten, Initiativen, Stiftungen: ISB, MEGA Bildungsstiftung), die eine gemeinsame Vision/ein gemeinsames Zielbild 2030 für ein zukunftsfähiges Österreich erarbeitet und sich darauf verständigt haben, in Richtung dieses Zielbildes zu arbeiten. Es wurde bereits eine beachtliche Landkarte an Maßnahmen zur Zielerreichung zusammengestellt. Ein abgestimmtes Vorgehen (Bündelung von Aktivitäten, Initiativen und Projekten) soll zu einer Erhöhung des Impacts führen. Entrepreneurship Education. Landkarte der Aktionen 2030