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Berufe & Arbeitswelt

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Die Arbeitswelt verändert sich ständig. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neue Berufsbilder und gesellschaftliche Entwicklungen schaffen laufend neue Chancen, stellen junge Menschen aber auch vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig müssen Schülerinnen und Schüler bereits früh Entscheidungen treffen, die ihren zukünftigen Bildungs- und Berufsweg beeinflussen.

Berufe & Arbeitswelt

Warum das Thema wichtig ist

Berufsorientierung unterstützt Jugendliche dabei, ihre Interessen, Stärken und Talente zu entdecken, unterschiedliche Bildungs- und Berufswege kennenzulernen und fundierte Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Sie stärkt Selbstreflexion, Zukunftskompetenz und die Fähigkeit, den eigenen Weg aktiv zu gestalten.

Relevanz für Jugendliche

Jugendliche stehen bereits während der Sekundarstufe I vor wichtigen Fragen:

  • Welche Stärken und Interessen habe ich?
  • Welche Bildungswege stehen mir offen?
  • Welche Berufe passen zu meinen Fähigkeiten?
  • Wie verändert sich die Arbeitswelt?
  • Welche Kompetenzen werden in Zukunft wichtig sein?

Eine gelungene Bildungs- und Berufsorientierung hilft dabei, diese Fragen schrittweise zu beantworten und realistische Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Zahlen, die zeigen, warum Berufsorientierung wichtig ist

  • 80 % der Jugendlichen möchten Vollzeit arbeiten. Die Ö3-Jugendstudie 2025 zeigt, dass Erwerbsarbeit für junge Menschen einen hohen Stellenwert hat.
  • 59 % der Jugendlichen möchten Künstliche Intelligenz dort nutzen, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Digitale Kompetenzen gewinnen daher auch für die zukünftige Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung.
  • 87 % der Jugendlichen geben an, dass aktuelle Nachrichten für sie wichtig sind. Junge Menschen interessieren sich für gesellschaftliche Entwicklungen, die auch ihre Bildungs- und Berufsentscheidungen beeinflussen.
  • Leistbares Wohnen zählt für 56 % der Jugendlichen zu den wichtigsten Sorgen. Fragen rund um Ausbildung, Beruf und finanzielle Zukunft werden daher eng miteinander verknüpft.

Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit ihrer Zukunft und benötigen Orientierung, um Bildungs- und Berufsentscheidungen reflektiert treffen zu können.reaming-Abo bieten vielfältige Anknüpfungspunkte, um wirtschaftliche Zusammenhänge sichtbar zu machen und Fragen zu Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Konsum und globaler Verantwortung zu diskutieren.

Bildungs- und Berufsorientierung in der Praxis

Der Lehrplan

Bildungs- und Berufsorientierung ist als übergreifendes Thema im Lehrplan verankert. Schülerinnen und Schüler sollen dabei unterstützt werden, ihre persönlichen Stärken und Interessen zu erkennen, Bildungs- und Berufsmöglichkeiten kennenzulernen und Entscheidungen für ihre weitere Laufbahn reflektiert treffen zu können.

Darüber hinaus sollen Jugendliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt verstehen, wirtschaftliche Zusammenhänge einordnen und die Bedeutung von lebenslangem Lernen erkennen.

Bildungs- und Berufsorientierung nach Schulstufen

  • 5. Schulstufe: Eigene Interessen, Fähigkeiten und Lebenswelten reflektieren. Eigene Wünsche und Bedürfnisse formulieren
  • 6. Schulstufe: Arbeit, Berufe und wirtschaftliche Zusammenhänge kennenlernen
  • 7. Schulstufe: Bildungswege, Berufsfelder und Anforderungen der Arbeitswelt erkunden
  • 8. Schulstufe: Eigene Zukunftsvorstellungen entwickeln und Bildungs- bzw. Berufsentscheidungen vorbereiten

Welche Kompetenzen sollen Schülerinnen und Schüler entwickeln?

Am Ende der Sekundarstufe I sollen Jugendliche ihre Bildungs- und Berufsentscheidungen zunehmend selbstständig und reflektiert treffen können.

  • Stärken und Interessen erkennen Schülerinnen und Schüler sollen: eigene Fähigkeiten und Talente einschätzen können, persönliche Interessen reflektieren, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten erkennen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.
  • Bildungs- und Berufswege kennenlernen Schülerinnen und Schüler sollen: unterschiedliche Ausbildungswege vergleichen, verschiedene Berufsfelder kennenlernen, Anforderungen unterschiedlicher Berufe verstehen, Informationen zu Bildungs- und Berufsmöglichkeiten recherchieren.
  • Die Arbeitswelt verstehen Schülerinnen und Schüler sollen: Aufgaben und Funktionen unterschiedlicher Berufe beschreiben können, Veränderungen in der Arbeitswelt erkennen, Auswirkungen von Digitalisierung und technologischen Entwicklungen verstehen, die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung einschätzen.
  • Entscheidungen treffen und reflektieren Schülerinnen und Schüler sollen: Informationen bewerten und vergleichen, Vor- und Nachteile verschiedener Bildungswege abwägen, eigene Ziele formulieren, Entscheidungen begründen und reflektieren.
  • Zukunft gestalten Schülerinnen und Schüler sollen: realistische Zukunftsvorstellungen entwickeln, persönliche Bildungs- und Berufsziele formulieren, Zusammenhänge zwischen Bildung, Arbeit und Lebensgestaltung erkennen, Verantwortung für ihre weitere Entwicklung übernehmen.
  • Praxiserfahrungen nutzen Schülerinnen und Schüler sollen: Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen, verschiedene Berufsfelder erkunden, Erfahrungen aus Betriebserkundungen, Projekten oder berufspraktischen Tagen reflektieren, ihre Vorstellungen mit der beruflichen Realität vergleichen.

Wie erfolgreiche Bildungs- und Berufsorientierung an Schulen gelingen kann, erläutert Bildungs- und Berufsorientierungsexpertin Eva-Maria Lass im Gespräch mit Philipp Ringswirth.

Im Interview wird deutlich, dass Berufsorientierung weit mehr ist als die Wahl eines Berufes. Sie ist ein längerfristiger Entwicklungsprozess, der Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, ihre Interessen und Talente zu entdecken, Bildungswege kennenzulernen und Perspektiven für ihre Zukunft zu entwickeln.

Die wichtigsten Tipps aus dem Interview im Überblick:

  • Berufsorientierung sollte nicht als einmaliges Ereignis, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden werden.
  • Erfolgreiche Bildungs- und Berufsorientierung braucht ein Standortkonzept und eine koordinierte Umsetzung an der Schule.
  • Die Verantwortung liegt nicht nur bei einer Lehrperson, sondern wird auf mehrere Beteiligte verteilt.
  • Schülerinnen und Schüler müssen dort abgeholt werden, wo ihre Interessen, Fragen und Vorstellungen liegen.
  • Die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten und Unternehmen spielt eine wichtige Rolle.
  • Praxiserfahrungen und direkte Begegnungen mit der Arbeitswelt sind besonders wirksam.

Workshops und Exkursionen

Lehr- und Lernmaterialien

Lernstrecke “Arbeitswelt & Berufsorientierung”: Erlebnisorientierte Einstiege

Der Start in ein Thema ist besonders wichtig, um die Neugierde der Schüler:innen und das Interesse am Thema zu wecken. Erlebnisorientierte Einstiege bieten die Möglichkeit, ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen, um so die Schüler:innen für die darauffolgenden Inhalte zu motivieren. Die Einstiege können dabei unterstützen, an die Lebenswelt …

Ein Blick in die Arbeitswelt: Berufsbilder kennenlernen

Tätigkeiten kennenlernen und selbst auf whatchado recherchieren. Eine Alltagschallenge führt die Berufssuche über den Klassenraum hinaus und zeigt, wie viele verschiedene Berufe den Alltag prägen. Ausgehend von konkreten Beispielen fragen die Schüler:innen: Was macht man in einem Beruf? Welche Ausbildung braucht man? Welche Schulfächer und Fähigkeiten sind wichtig?

Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Wer arbeitet eigentlich unbezahlt – und warum? Schüler:innen setzen sich mit bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie geschlechterspezifischen Entlohnungsunterschieden auseinander. Sie definieren den Begriff Arbeit und lernen Tätigkeiten mit und ohne Entlohnung kennen und unterscheiden diese.

Eine Stadt voller Berufe

Als Wimmelbild zeigt das Plakat „Eine Stadt voller Berufe“ eine bunte Auswahl an Tätigkeiten – ideal für jüngere Schüler:innen, die einen ersten Überblick über die Berufswelt gewinnen möchten. Eine begleitende Broschüre gruppiert die Berufe in Bereiche wie Bauen und Wohnen, Technik, Büro und Geld, Gastronomie, Kreative Gestaltung sowie …

Wimmelbild Plakat – Die Welt der Wirtschaft und Berufe

Über 100 Berufe auf einen Blick: Das Wimmelbild-Plakat zeigt Schüler:innen eine bunte Auswahl von 124 Berufen – inklusive Menschen, die keinem Beruf nachgehen. Eine begleitende Broschüre listet die verschiedensten Berufe auf. Zur Vertiefung eignet sich ergänzend das Material „Mehr als 200 Lehrberufe!“.

Fortbildungen

Mehr zum Thema

Plattformen zur Berufsorientierung

Angebote für Berufspraktische Tage, Lehrstellensuche:

Podcasts

Zukunft MI(N)Tgestalten – Perspektiven zur Berufsorientierung Podcast – Mintality

Expresso BildungPodcast ExpressoBildung

Videos

Dok 1 40 Stunden? Ohne mich! Dok 1: 40 Stunden? Ohne mich! – ORF 1 – tv.ORF.at

Buchtipps

(Null) Bock auf Arbeit. Zukunft gestalten – mit Haltung, Herz und Verstand  Ali Mahlodji – (Null) Bock auf Arbeit – Ali Mahlodji, Buch – GABAL Verlag